Feuchtesensoren für die Lebensmittelverarbeitung bei hoher Luftfeuchte

Author: T. Graf

Welche Anforderungen an Feuchtesensoren bei dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit gestellt werden und warum nahezu gesättigte Luft für die Messtechnik eine besondere Herausforderung darstellt, haben wir bereits in unserem vorherigen Beitrag beschrieben
(→ zum Beitrag: Hochfeuchte AFTF 35 / KFTF 35).

Doch wie wirken sich diese Bedingungen im realen Betrieb aus?

Ein besonders anspruchsvoller Bereich ist die Lebensmittelindustrie. In Verarbeitungs- und Produktionszonen sorgen Reinigungsabläufe, wechselnde Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit häufig für Kondensatbildung. Das kann die Messpräzision beeinträchtigen und sich negativ auf Prozesssicherheit, Anlagenstabilität und Produktqualität auswirken.

In diesem Beitrag zeigen wir, wie sich solche Bedingungen in der Lebensmittelverarbeitung zuverlässig kontrollieren lassen und warum speziell ausgelegte Feuchte- und Temperatursensorik entscheidend für stabile und effiziente Produktionsprozesse ist.

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Anwendung in der Lebensmittelverarbeitung

In der Lebensmittelverarbeitung entstehen hohe Feuchtebelastungen häufig dort, wo gereinigt, gekühlt, gespült, produziert oder verpackt wird. Besonders in Produktions- und Nassbereichen können sich die Umgebungsbedingungen schnell verändern: Während des Betriebs herrschen andere Feuchte- und Temperaturverhältnisse als nach Reinigung, Abkühlung oder Stillstandsphasen.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Produktionsräume mit hoher Grundfeuchte
  • Nassbereiche und Reinigungszonen
  • Kühl- und Übergangsbereiche
  • Verpackungs- und Verarbeitungsbereiche
  • Lüftungs- und Klimakanäle in Produktionsanlagen

Für Betreiber bedeutet das: Die Feuchtemessung muss nicht nur im stabilen Dauerbetrieb funktionieren, sondern auch bei wechselnden Bedingungen. Nur wenn Feuchte und Temperatur zuverlässig erfasst werden, lassen sich Lüftung, Kühlung und Entfeuchtung sauber regeln.

Warum Feuchtemessung in Produktions- und Nassbereichen so wichtig ist

In Lebensmittelbetrieben beeinflusst die Luftfeuchte mehrere Bereiche gleichzeitig: Produktqualität, Hygieneumfeld, Anlagenverfügbarkeit und Energieeffizienz. Hohe Luftfeuchte kann Kondensation an kalten Oberflächen, Rohrleitungen, Decken, Wänden oder Anlagenteilen begünstigen. Das ist nicht nur ein messtechnisches Thema, sondern kann auch den Produktionsablauf beeinflussen.

Ist die Luftfeuchte nicht zuverlässig erfasst, reagiert die Regelung möglicherweise zu spät oder auf verfälschte Messwerte. Die Folge können unnötige Lüftungs- oder Entfeuchtungsphasen, instabile Raumzustände oder unklare Ursachen bei Feuchteproblemen sein.

Eine stabile Feuchte- und Temperaturmessung hilft, kritische Zustände frühzeitig zu erkennen und die Raum- oder Prozessluft gezielter zu führen.

Typische Herausforderungen: Reinigung, Feuchtebelastung und Temperaturwechsel

Die anspruchsvollsten Bedingungen entstehen in der Lebensmittelverarbeitung häufig nicht während eines gleichmäßigen Produktionsbetriebs, sondern bei wechselnden Betriebszuständen.

Typische Einflussfaktoren sind:

  • Nassreinigung: Nach Reinigungszyklen steigt die Feuchtebelastung im Raum oft deutlich an.
  • Temperaturwechsel: Kalte Oberflächen und warme, feuchte Luft erhöhen das Risiko für Kondensation.
  • Produktions- und Stillstandsphasen: Beim Wechsel zwischen Betrieb, Reinigung und Stillstand ändern sich Luftfeuchte und Temperatur oft schnell.
  • Lüftung und Luftführung: Zu- und Abluft, Umluftsysteme oder Entfeuchtung beeinflussen die lokale Feuchteverteilung.
  • Sprühnebel und nasse Oberflächen: Lokale Feuchtespitzen können Messwerte beeinflussen, wenn die Messstelle ungünstig gewählt ist.

Klassische Feuchtefühler können in solchen Situationen an Grenzen stoßen. Bildet sich Kondensat am Sensorelement, entstehen häufig träge Messwerte, längere Erholzeiten oder ungenaue Regelimpulse. Betauungsgeschützte Feuchte- und Temperaturfühler reduzieren dieses Risiko und unterstützen stabilere Messwerte in kritischen Hochfeuchtephasen.

Welche Messgrößen sind in der Lebensmittelverarbeitung relevant?

Für die Klimaregelung in Produktions- und Nassbereichen sind nicht nur einzelne Messwerte entscheidend, sondern ihr Zusammenspiel. Besonders Temperaturwechsel und hohe Feuchtebelastung können die relative Feuchte schnell verändern.

Wichtige Messgrößen sind:

  • relative Feuchte – zentrale Regelgröße für Raum- und Prozessluft
  • Temperatur – beeinflusst direkt, wie viel Feuchte die Luft aufnehmen kann
  • Taupunkt – hilft bei der Bewertung von Kondensationsrisiken
  • absolute Feuchte – zeigt den tatsächlichen Wassergehalt der Luft
  • Mischungsverhältnis – unterstützt die Beurteilung von Lüftungs- und Entfeuchtungsprozessen

AFTF-35 und KFTF-35 erfassen Feuchte und Temperatur und können zusätzliche berechnete Kenngrößen für GLT, DDC, SPS oder Prozessautomation bereitstellen.

AFTF-35 oder KFTF-35 – welche Bauform eignet sich in der Lebensmittelverarbeitung?

Für die Lebensmittelverarbeitung kommen je nach Anlage sowohl Aufputzfühler als auch Kanalfühler infrage. Entscheidend ist, wo der Messwert für die Regelung benötigt wird.

AFTF-35 als Aufputzfühler

  • Wandmontage in Produktions-, Technik- oder Nebenbereichen
  • direkte Messung der Raumluft
  • geeignet für Bereiche mit hoher Luftfeuchte und dynamischen Betriebszuständen

Der AFTF-35 eignet sich, wenn Feuchte und Temperatur direkt im Raum erfasst werden sollen – zum Beispiel in Produktionsbereichen, Verpackungszonen oder technischen Nebenräumen.

KFTF-35 als Kanalfühler

  • Einbau in Lüftungs- und Klimakanäle
  • Messung in Zu- oder Abluftstrecken
  • geeignet für RLT-Anlagen, Umluftsysteme und zentrale Luftaufbereitung

Der KFTF-35 ist sinnvoll, wenn Feuchte und Temperatur in der Luftführung gemessen werden sollen, etwa zur Regelung von Zu- und Abluft, Entfeuchtung oder zentraler Klimatisierung.

In größeren Anlagen kann eine Kombination beider Messstellen sinnvoll sein: Der Kanalfühler zeigt, welche Luft eingebracht oder abgeführt wird. Der Raumfühler zeigt, welche Bedingungen tatsächlich im Produktionsbereich ankommen.

Montage und Messstelle in Produktionsbereichen

Die Messstelle sollte so gewählt werden, dass sie die realen Raum- oder Prozessbedingungen möglichst repräsentativ erfasst. Beim AFTF-35 empfiehlt sich eine gut zugängliche Position mit ausreichender Luftbewegung – nicht direkt neben Türen, nicht unmittelbar im Luftstrom von Auslässen oder Ventilatoren und nicht in Bereichen, die stark durch Sprühwasser, Reinigung oder lokale Feuchtespitzen geprägt sind.

Der KFTF-35 wird als Kanalfühler über den mitgelieferten Montageflansch in Lüftungs- oder Klimakanäle eingebaut. Vor dem Einbau sollten Messbereich, Einbaulänge, Kanalabmessungen, Strömungsgeschwindigkeit und Schutzart zur Anwendung passen.

Wichtig: AFTF-35 und KFTF-35 sind für Hochfeuchtebereiche konzipiert, jedoch nur für schadstofffreie, nicht kondensierende Luft ohne Über- oder Unterdruck am Sensorelement vorgesehen. Montage und Inbetriebnahme dürfen nur durch Fachpersonal erfolgen. Für die konkrete Installation gelten immer die Angaben der Bedienungs- und Montageanleitung.

Jetzt passende Feuchtesensoren für die Lebensmittelverarbeitung auswählen

In der Lebensmittelverarbeitung stellen hohe Luftfeuchte, Reinigungsprozesse, Temperaturwechsel und wechselnde Produktionsphasen besondere Anforderungen an die Messtechnik. AFTF-35 und KFTF-35 sind für solche Hochfeuchteanwendungen ausgelegt und liefern stabile Messwerte für Feuchte, Temperatur und zusätzliche Feuchtekenngrößen.

Für Sie bedeutet das:

  • zuverlässige Messwerte in kritischen Hochfeuchtephasen
  • bessere Grundlage für Lüftung, Kühlung und Entfeuchtung
  • einfache Einbindung in GLT, DDC, SPS oder Prozessautomation
  • mehr Sicherheit bei der Bewertung von Kondensationsrisiken
  • Unterstützung stabiler Produktions- und Umgebungsbedingungen

Je nach Einbausituation wählen Sie die passende Variante: AFTF-35 für die direkte Raumluftmessung oder KFTF-35 für den Einbau in Lüftungs- und Klimakanäle.

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FAQ

Welche Feuchtesensoren eignen sich für die Lebensmittelverarbeitung?

Für Produktionsräume, Nassbereiche und Lüftungssysteme mit hoher Luftfeuchte eignen sich betauungsgeschützte Feuchte- und Temperaturfühler wie AFTF-35 und KFTF-35.

Warum ist Feuchtemessung in Nassbereichen anspruchsvoll?

Reinigung, Sprühnebel, kalte Oberflächen und Temperaturwechsel können zu Feuchtespitzen und erhöhtem Kondensationsrisiko führen. Dadurch steigen die Anforderungen an Sensorik und Messstelle.

Wann eignet sich der AFTF-35?

Der AFTF-35 eignet sich für die direkte Raumluftmessung in Produktions-, Technik- oder Nebenbereichen.

Wann eignet sich der KFTF-35?

Der KFTF-35 eignet sich für den Einbau in Lüftungs- und Klimakanäle, zum Beispiel zur Messung in Zu- oder Abluftstrecken.